MALI-Kampagne: Make Germany Great Again! We Want You for Bundeswehr!

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Jetzt wieder WERBEN FÜRS STERBEN!

Um die Rekrutierungsprobleme der Bundeswehr in den Griff zu bekommen, zieht die Bundesregierung alle Register. Erst versuchte man es mit „Famillje“

Die familienfreundliche Bundeswehr

wurde propagiert. KITAS brauche die Truppe, damit Papa oder Mama ohne familiären Stress das Kriegshandwerk lernen könnten.

Ein Flop! Die Freiwilligen-Meldungen bei der Truppe stagnierten weiterhin.

Dann zielte man auf die Computer-Enthusiasten: Better than Counterstrike sei das Steuern der Mord-Drohnen bei der Armee. Schon besser.

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Bundeswehr Wants You! Make Germany Great again!

Bildschirmfoto vom 2017-10-31 19-06-59

Aber jetzt glaubt man, den Durchbruch zu schaffen: Ungeschminkte Wahrheiten will die 8 Millionen teure MALI-Kampagne vermitteln:

Der Blut, Schweiß und Tränen-Soldat!

Nicht mehr easy-going ist angesagt, sondern der Blut, Schweiß-und-Tränen-Job! Die Gefahren des MALI-Einsatzes werden nicht kleingeredet, sondern geradezu betont:

Mali sein gefährlich, es wimmele im Feldlager von Skorpionen, die Temperaturen seien mörderisch, über 40 Grad heiß!

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Sterben sei nicht ausgeschlossen, eben erst seien ja 4 Bundeswehrsoldaten beim Hubschrauberabsturz in Mali ums Leben gekommen.

Die Heimat ist weit, das Lagerleben zermürbend, die Einsamkeit bedrückend usw. usf.

Man appelliert also an den harten Hund,

der es sich und dem Feind beweisen will!  Keine Rede mehr von einem geregelten 8-Stunden Kasernen-Tag im deutschen Provinzstädtchen! Ein richtiger Soldat ist der, der sich unter widrigen Bedingungen für die Nation engagiert.  Da fällt einem doch sofort der alte Propaganda-Hit ein:

„Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder…“ müsse der deutsche Jungmann sein.

Die Gesellschaft soll daran gewöhnt werden, dass Auslandseinsätze im deutschen Interesse sind und dass dazu auch Risiken eingegangen werden müssen. Auslandseinsätze als „Sicherheitspolitik“ (natürlich immer nur gegen Terroristen und „Schurkenstaaten“) – das soll zur Normalität  werden, wie in den USA, wo derzeit US-Truppen und Berater in über 170 Ländern der Erde stationiert sind.

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NATO  FAKE NEWS: „Russland bedroht uns mit hunderten Militärbasen“

Und natürlich will man die eigenen Verluste gering halten, weshalb man immer mehr „Ausbilder“ für die einheimischen Militärs schickt, die dann hauptseitig kämpfen und sterben (siehe das US-Vorbild hier: https://www.nytimes.com/2017/10/22/opinion/americas-forever-wars.html)

Schluss mit der deutschen „Glückssüchtigkeit“ (Gauck)

Und wie recht gibt diese Mali-Werbekampagne im Nachhinein dem alten Bundespräsidenten Gauck, der 2012 beim Besuch der Bundeswehrakademie den Jungmännern und der ganzen Gesellschaft „Glückssüchtigeit“ vorwarf:

„Wir denken eben nicht gerne daran, dass es heute in unserer Mitte wieder Kriegsversehrte geben kann. Menschen, die ihren Einsatz für Deutschland mit ihrer seelischen oder körperlichen Gesundheit bezahlt haben. Und noch viel weniger gerne denken wir daran, dass es wieder deutsche Gefallene gibt. Das ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“

Na dann!