Gesegnete Soldaten töten reinen Herzens: Proteste gegen den Internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom.

Am 11.1.2018 protestierten Kriegsgegner gegen den Internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom.

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Die Segnung hunderter Soldaten wird Kardinal Woelki vornehmen. Wir, die „Unbelehrbaren für Frieden und Völkerverständigung“ beteiligten uns an den Protesten.

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Gesegnete Soldaten töten reinen Herzens. Kardinal Woelki sei Dank!

Wir zitieren aus der Presseerklärung des „Kölner antimilitaristischen Aktionsbündnis“:

Donnerstag 11. Januar 2018

  • 50. „Weltfriedenstag“ der Katholischen Weltkirche

  • 40 Jahre Soldatengottesdienst im Kölner Dom

  • 28 Jahre Kriegseinsätze der Bundeswehr

Im Januar 1978 gab es den ersten Soldatengottesdienst anlässlich des 10. „Weltfriedenstags“ der Katholischen Kirche im Kölner Dom. Zu der Zeit gab es keinerlei Auslandseinsätze der Bundeswehr. Als Kardinal Meisner 1990 zum ersten Mal den Soldatengottesdienst zelebrierte, gab es den ersten: die „Operation Südflanke“ von Minenabwehrkräften der Marine während des 2. Golfkrieges.

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Antimilitaristisches Aktionsbündnis Köln

2009 war das Motto der des Weltfriedenstages (verkündet von Benedikt XVI.) und des Soldatengottesdienstes in Köln „Die Armut bekämpfen, den Frieden aufbauen“. Darin betonte Kardinal Meisner, Ziel demokratischer Armeen sei es gerade, Frieden zu schaffen und zu erhalten. Im September 2009 wurden 142 Zivilist*innen in der Nähe der afghanischen Stadt Kunduz getötet durch einen Luftangriff, den die Bundeswehr zu verantworten hatte.

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Fast genau so lange wie den Soldatengottesdienst gibt es auch den Protest von Friedensgruppen und Antimilitarist*innen im Dom und /oder auf der Domplatte in Köln.

Einiges hat sich aber heute geändert. Einerseits: Der Papst ist nicht mehr der Reaktionär Ratzinger. Papst Franziskus kritisiert Krieg, Armut und das kapitalistische System als Ursache. Und den Soldatengottesdienst in Köln, zelebriert nicht mehr der stockkonservative Meissner, sondern Kardinal Woelki, der die staatlichen Institutionen wg. ihrer repressiven Geflüchteten Politik und wg. ihrer prokapitalistischen Wohnungspolitik kritisiert.

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Andrerseits: Bundeswehreinsätze weltweit (aktuell fast 3000 Soldat*innen 15 Ländern) sind heute keine Frage mehr. Die bundesdeutsche Rüstungsproduktion, -forschung und der – Export boomen. Die aggressive Rekrutierungspolitik der Bundeswehr im Bildungswesen nimmt beständig zu. Die Bundesregierung will innerhalb der nächsten 5 Jahre den Rüstungshaushalt von 37 auf 70 Milliarden Euro nahezu verdoppeln.

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Vor dem Hintergrund fordern wir auch in diesem Jahr, dass die Kirche eine klare Haltung gegen das Kriegshandwerk einnimmt. Wir nehmen das von Papst Franziskus verkündete Motto des diesjährigen Weltfriedenstag „Menschen auf der Suche nach Frieden“ ernst. Das Segnen der Soldat*innen für ihren mörderischen Job bedeutet aber das Gegenteil. Und schwammige Aussagen von Kardinal Woelki wie beim Soldatengottesdienst im vorletzten Jahr „Soldatinnen und Soldaten verrichten… einen Dienst, der dazu beitragen kann, dass erbarmungsloses Morden, erbarmungslose Gewalt begrenzt und wenn möglich bekämpft werden“, lassen bei diesem Thema auch bei diesem Kardinal wenig Hoffnung aufkommen. Von daher werden wir auch in diesem Jahr gegen den Soldatengottesdienst mit Straßentheater und Musik von den „Pappnasen“ protestieren und Flugblätter an Passant*innen und Soldat*innen (s. Anhang) verteilen.

Reiner Schmidt vom Antimilitaristischen Aktionsbündnis: „Das Segnen der Soldat*innen, die potentielle Kriegsteilnehmer*innen weltweit sind, legitimiert Militarismus und fördert Gewaltbereitschaft und nicht Gewaltlosigkeit. Krieg darf nicht zur Normalität werden und deshalb werden wir am 11.Januar wieder vor dem Dom gegen den Soldatengottesdienst protestieren, trotz Papst Franziskus, Kardinal Woelki und alledem.“

Antimilitaristisches Aktionsbündnis Köln